Borders I


Borders protect. And they restrict. They define, and they confine. Sometimes they are vital, and sometimes they kill. And sometimes they are just in our heads.

Spontanbeitrag zum Borders-Wettbewerb von eunet (den ich viel zu kurz vor der Deadline noch entdeckt hatte …).

Vierter Puppetry Slam in Nürnberg

Puppetry Slam in Nürnberg im Rahmen des Internationalen Figurentheater-Festivals Erlangen Nürnberg Fürth. Sieben Bewerber haben sich angeschickt, um die Gunst des Publikums zu kämpfen. Zu sehen bekommt dieses neben Klappmaulpuppen auch Handpuppen, Material- und Objekttheater sowie eine Maskenszene.
Der Modus: Jeder Spieler hat sieben Minuten Zeit, das Publikum zu fesseln. Sieben Zuschauer wurden zuvor als Jury ausgewählt und bewerten jede Nummer mit Punkten zwischen 1 und 10. Um Ausreißer zu vermeiden, wird jeweils der höchste und der niedrigste Wert gestrichen.

StörtebeckerUnd so geht es los. Anmoderiert von Jana Heinicke und René Mariks Ratte startet der Abend um halb zehn im mit über zweihundert Gästen ausverkauften Festsaal des Künstlerhauses in Nürnberg. Nach Erklärung der Bedingungen übt die Jury ihre Notenvergabe an Benno, dessen Klappmaulpuppe erklärt, wie Figurentheater funktioniert. Direkt im Anschluss ist Klaus Störtebecker bereits an der Reihe. Er ist furchtbar nervös, wird aber äußert herzlich vom Publikum empfangen. Er nutzt seine Chance, den Gästen aus seinem Leben zu erzählen. Für die Franken ist es nicht leicht, einem Nordlicht zu folgen. Dennoch tun sie es gebannt.

Es folgt eine Maskenszene von Marcel mit einem Koffer, Kattis Handpuppe Burschi darf während seines Krafttrainings von seinen Liebschaften erzählen und „Schwester“ Nicole schiebt die alte Dame Clarissa auf die Bühne, die sich über alles und jeden echauffiert. Danach folgt eine kurze Pause.

Nach der Pause treffen die Moderatoren auf ein noch gelockerteres Publikum. Caspar nimmt Fahrt auf und präsentiert eine Kohlenhydrateschlacht. Im Anschluss sehen wir Michaels Flaschenensemble Flaschmob vor ihrer Aufführung. Franziska präsentiert eine Szene mit einer Schlange im Konflikt mit einer Frau, die stark an Eva erinnert. Den Abschluss der Vorrunde bildet Susanna, die sich in der Pause als spontaner Gast gemeldet hat und mit Löwenzahn King Lear zitiert.

Gewinner der Vorrunde nach Punkten werden Nicole, Caspar und Franziska. Sie haben nun die Chance, das Publikum mit einer zweiten Szene vollends von sich zu überzeugen. Nicole erzählt Rotkäppchen aus der Handtasche von Clarissa, Caspar zeigt uns die Zukunft mit Objekten, bei Franziska können wir die Geburt von Speckmäusen sehen, welche die Handkatze nur zu gerne fressen will.
Ein tosendes Publikum ist nicht in der Lage über den Applaus einen Gewinner festzustellen, da bei jedem der drei frenetisch applaudiert wird. Erst im dritten Anlauf kann Nicole mit hauchdünnem Vorsprung als Gewinnerin ermittelt werden.

Ein turbulenter und bunter Abend endet um halb eins unter tosendem Applaus des amüsierten Publikums.
Das Format Puppetry Slam etabliert sich und wird von den Zuschauern begeistert aufgenommen.

Störtebecker zieht es nach Nürnberg

stoertebecker-koelnKlaus Störtebecker wird am Mittwoch, 13. Mai um 21.30 Uhr am Puppetry Slam im Rahmen des Internationalen Figurentheater-Festivals Erlangen Nürnberg Fürth in Nürnberg teilnehmen. Die Karten sind bereits restlos ausverkauft.

Hoffentlich schafft er es noch rechtzeitig von Köln nach Nürnberg…

Puppetry Slam im Supamolly

Gestern Abend war es nun so weit: Ich habe am zweiten ersten deutschen Puppetry Slam teilgenommen. Insgesamt neun Puppenspieler*innen traten mit siebenminütigen Szenen gegeneinander an, jeweils drei gegeneinander, und dann nochmal die drei Finalist*innen mit neuen Szenen gegeneinander. (Klingt kompliziert, war es aber gar nicht.) Das Publikum entschied mit Applaus, aber eigentlich war der Sieg nebensächlich. Für die meisten Teilnehmer*innen stand der Spaß am Spiel im Vordergrund. Und die Freude über all die unterschiedlichen Formen des Figurentheaters: Tischfiguren, Klappmaulpuppen, Schattenspiel, Objekttheater, Flachfigur und Socken. Und auch der Hintergrund der Spieler*innen war recht unterschiedlich: Puppenspielstudent*innen, Quereinsteiger*innen, Freizeitaktivist*innen und langjährige Profis, aber auch das war ziemlich nebensächlich. Dazu kamen Benno Lehmann als featured artist, der die schwierige Rolle des ice-breakers übernahm, und Jana Heinicke und Ratte (Rene Marik) als Moderatorenteam.
Ich hatte einen sehr unterhaltsamen Abend, habe einige sehr interessante Kolleg*innen kennengelernt, und freue mich auf das nächste Mal!
http://puppetryslam.de/

Böhmermann fälscht – eine Videoanalyse der Varoufakis-Aufnahme

Zeigt Varoufakis den Stinkefinger?

Seit Sonntag ist das Video einer Rede des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis, die er 2013 gehalten hat und in der er über die Situation im Jahr 2010 spricht, ein beherrschendes Thema in allen Medien. Der darin zu sehende Mittelfinger (Stinkefinger) soll das eigentliche Problem, aber laut Varoufakis gefälscht sein.

Nun hat Jan Böhmermann im Rahmen seiner Satire-Sendung NEO MAGAZIN ROYALE gesagt, er habe das Video gefälscht und präsentiert eine Version ohne Mittelfinger.

Ein kurzer Blick in das Video zeigt, dass es stimmt. Böhmermann hat das Video, in dem der Arm unten bleibt, gefälscht bzw. fälschen lassen. Ob nun das Video mit dem Mittelfinger gefälscht ist, sei dahingestellt. Aber die Böhmermannsche Fälschung ist an einigen Punkten zu erkennen.


Im linken „Böhmermann“-Teil bewegen sich Kinn und Mund, ohne dass der Hals diese Bewegung mitmacht. Das Kinn scheint sich regelrecht in den Hals zu schmieren. Das ist ein Artefakt der Fälschung, da der richtige Kopf auf den falschen Hals montiert wurde und ein Übergang geschaffen werden musste. Auch bewegt sich der Kinnschatten auf dem Hals nicht.

Auf der rechten Seite hingegen sieht man, wie sich die Sehnen im Hals bewegen. Zudem verändert sich die Farbe der linken Wange. Auf der rechten Seite könnte als Grund der erhobene Arm dienen, der den Lichteinfluss ändert. Links gibt es diesen Einfluss nicht, wohl aber die Farbänderung.

Alles in allem ist das ein kluger Schachzug der Vermarktung einer Satiresendung, ein berechtigter Anstoß, über mediale Manipulationen nachzudenken und eine Warnung an alle, die (nur) an das glauben, was sie sehen.

Meine persönliche Meinung: Es ist schon interessant, wie solch ein Video die Menschen spalten kann. Zudem ist es lustig, wie die Sendung auch noch die ominösen roten Einzelbilder persifliert.
Aber letzten Endes denke ich mir: „Na und? Stinkefinger tauchen auch in ganz anderen Kontexten auf.“

Die Videos auf dreiviertelzwoelf.com sind im Übrigen allesamt ungefälscht. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass sich Dinos nicht untereinander mobben, sich Objekte mit einer popeligen Star-Trek-Musik zufrieden gäben, Kartoffeln nicht freiwillig in den Tod sprängen oder Edith Piaff keine Vinaigrette besang?